Bild: Anja Jahn Porträtfoto Thomas Jahn
Pressemitteilung
Wissen und Partizipation Transformation

Stadt Frankfurt am Main verleiht Goethe-Plakette an ISOE-Mitbegründer Thomas Jahn

Die Stadt Frankfurt zeichnet Dr. Thomas Jahn am 2. Juni 2026 mit der renommierten Goethe-Plakette aus. Diese wird für besondere Verdienste an Persönlichkeiten des kulturellen Lebens verliehen. Thomas Jahn ist Mitbegründer des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE).

Die Stadt Frankfurt am Main verleiht Dr. Thomas Jahn die Goethe-Plakette – in Anerkennung seiner herausragenden Leistungen für die Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung. Sie habe Frankfurt zu einem anerkannten Zentrum der Sozialen Ökologie gemacht. Das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) gratuliert seinem Mitbegründer und langjährigen wissenschaftlichen Geschäftsführer zu dieser Auszeichnung.

„Unter der Leitung von Thomas Jahn hat sich das ISOE zu einem international sichtbaren Institut entwickelt, das heute als starker Akteur in der Frankfurter Wissenschaftslandschaft wichtige Beiträge zur Nachhaltigkeits- und Umweltforschung leistet“, heißt es in der Begründung der Stadt Frankfurt. 

„Wir freuen uns sehr über die Anerkennung, die Thomas Jahn für seine Pionierarbeit in der sozial-ökologischen Forschung mit der Verleihung der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt erfährt, und gratulieren herzlich“, sagt Flurina Schneider, wissenschaftliche Geschäftsführerin des ISOE. „Thomas Jahn ist für uns alle am Institut und weit darüber hinaus ein überragender Vordenker kritischer Nachhaltigkeitsforschung und ein Vorbild für ein wissenschaftliches Arbeiten, das konsequent transdisziplinär ausgerichtet ist.“ 

Neue Wege in der Umweltforschung 

Der Soziologe, der in Frankfurt am Main studiert und promoviert hat, hat sich schon früh damit auseinandergesetzt, dass Nachhaltigkeitsprobleme nicht allein technisch gelöst werden können. 1989 gründete Thomas Jahn gemeinsam mit Egon Becker, Irmgard Schultz, Thomas Kluge und Engelbert Schramm das Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt als eigenständiges, außeruniversitäres Institut, um neue Wege in der Umweltforschung zu gehen.

Konkret hieß das: die technikdominierte Umweltforschung der Achtzigerjahre zu überwinden und eine sozial- und naturwissenschaftlich übergreifende Forschung zu etablieren, die ökologische Krisen als Folge des gesellschaftlichen Umgangs mit der Natur begreift – ein Ziel, das Thomas Jahn und seine Kolleg*innen mit Beharrlichkeit, Ausdauer und dem Zeitgeist voraus erreicht haben. Der Wissenschaftsrat hat diese Pionierleistung des ISOE 2016 und 2020 besonders gewürdigt.

Pionier der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung 

Auch der transdisziplinäre Forschungsmodus für das damals neue Wissenschaftsgebiet der Sozialen Ökologie wurde wesentlich von Jahn entwickelt. Ausgehend von der Prämisse, dass Transformationen nur gelingen können, wenn sie von der Gesellschaft mitgetragen werden, hat Thomas Jahn wegweisende Grundlagen, Methoden und Qualitätskriterien für diesen Forschungsmodus geschaffen. Das Ziel: wissenschaftliches Wissen aus natur- und  sozialwissenschaftlichen Disziplinen mit gesellschaftlich vorhandenem Alltagswissen methodisch zusammenzuführen und kritisch zu prüfen. 

„Der transdisziplinäre Forschungsmodus wird heute nicht nur von der nächsten Generation ISOE-Forschender, sondern auch national und international in der Nachhaltigkeitsforschung angewandt“, betont Flurina Schneider, die seit 2021 eine Professur für Soziale Ökologie und Transdisziplinarität an der Goethe-Universität Frankfurt innehat. Mit seinem konsequenten Einsatz habe Thomas Jahn neue Maßstäbe dafür gesetzt, wie Wissenschaft mit gesellschaftlichen Herausforderungen umgehen kann. „Angesichts der gegenwärtigen Krisensituationen, die immer neue Nachhaltigkeitsprobleme hervorrufen, ist Thomas Jahns visionärer Blick auf die Gestaltung notwendiger Transformationsprozesse aktueller denn je.“

Die Überreichung der Goethe-Plakette an Thomas Jahn durch den Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, Mike Josef, findet am 2. Juni 2026 um 17 Uhr im Kaisersaal des Römers statt. 

Weitere Informationen 

Kontakt:
Prof. Dr. Flurina Schneider: Wissenschaftliche Geschäftsführerin des ISOE

Prof. Dr. Flurina Schneider

Wissenschaftliche Geschäftsführerin Zum Profil

Dr. Nicola Schuldt-Baumgart

Leitung Wissenskommunikation und Wissenstransfer, Pressesprecherin Zum Profil
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