Bild: Regionalverband FrankfurtRheinMain Radschnellweg
Pressemitteilung
Mobilität

Mobilitätsexperiment „Anders mobil“ startet in der Wetterau

Stau, Stress und lange Parkplatzsuche prägen den Alltag vieler Menschen, die regelmäßig unterwegs sind. Aber wie lässt sich die Mobilität im Alltag verträglicher und angenehmer gestalten? Das testen die Teilnehmenden an einem Mobilitätsexperiment in der Wetterau.

Reallabore für nachhaltige Mobilität können einen Einstieg für neue Alltagsroutinen bieten. Im Forschungsprojekt transform-R begleitet das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) mehrere Reallabore zu Pendel- und Ausflugsmobilität in Hessen. In der Wetterau bietet sich nun Bürgerinnen und Bürgern aus Ortenberg, Glauburg und Ranstadt die Möglichkeit, auf eine verträglichere und angenehmere Alltagsmobilität umzusteigen. Das Experiment wird vor Ort vom Verein Dorfbeweger e.V. in Zusammenarbeit mit dem ISOE durchgeführt. Zum Auftakt findet am 5. Mai 2026 auf dem Marktplatz in Ortenberg die Räderübergabe statt.

Der Umstieg auf ökologisch und sozial verträglichere Verkehrsmittel im Alltag ist nicht immer einfach. Wie wäre es, wenn man einfach einmal Alternativen zur gewohnten Alltagsmobilität mit dem Auto testen könnte? Diese kostenlose Möglichkeit nehmen in den kommenden Monaten 20 Personen aus Ortenberg, Glauburg und Ranstadt wahr. In dem Mobilitätsexperiment der „Dorfbeweger“ und des ISOE erproben 14 Personen ein E-Bike oder E-Lastenrad, sieben erproben den öffentlichen Nahverkehr. 

Am 5. Mai um 18.30 Uhr findet der offizielle Startschuss des Experiments mit der Übergabe der Räder durch den Vertragspartner Riese & Müller auf dem Ortenberger Marktplatz statt. Bis Ende August haben die Teilnehmenden Zeit, sich in ihrer neuen Alltagsmobilität einzufinden und neue Routinen aufzubauen, etwa auf dem Weg zur Arbeit. „Wir erhoffen uns vom Pendelexperiment, dass die Teilnehmenden die Vorteile nachhaltiger Mobilität entdecken und damit weitere Bürgerinnen und Bürger in der Region dazu ermutigen, Alternativen zum Auto auszuprobieren“, erläutert Pia Heidenreich-Herrmann von Dorfbeweger e.V. das Engagement des Vereins. 

Dreh- und Angelpunkt für nachhaltige Mobilität: Veränderungen von Routinen 

„Die Veränderung einer Routine wie zum Beispiel der gewohnte Weg zur Arbeit ist der Dreh- und Angelpunkt für eine nachhaltige Alltagsmobilität“, sagt Luca Nitschke, Mobilitätsforscher am ISOE. „Diese Veränderung ist mit einer unter Umständen intensiven Umgewöhnung und vielen Fragen verbunden, die wir während des Mobilitätsexperiments mit den Teilnehmenden angehen wollen.“ Was ist der beste Weg, um mit dem Fahrrad zum Arbeitsplatz zu kommen? Welche Ausrüstung brauche ich, um alles transportieren zu können und jedem Wetter gewachsen zu sein? Wie lange brauche ich für den neuen Arbeitsweg und welche anderen Alltagswege kann ich noch ohne Auto unternehmen? Die Antworten, die die Teilnehmenden finden, werden im Rahmen des Experiments auch an die Bürgerinnen und Bürger sowie an die Planungsverantwortlichen in der Region weitergegeben.

Das Mobilitätsexperiment ist Teil des praxisorientierten Forschungsprojekts transform-R und wird gemeinsam mit dem Regionalverband FrankfurtRheinMain umgesetzt. „Für uns geht es dabei nicht um Theorie, sondern ums Machen: Dinge ausprobieren, neue Wege testen und konkrete Verbesserungen vor Ort anstoßen“, sagt Rouven Kötter, Erster Beigeordneter und Mobilitätsdezernent des Regionalverbands FrankfurtRheinMain. „Wir wollen Möglichkeiten schaffen, damit der Umstieg auf Fahrrad, Bus und Bahn im Alltag wirklich funktioniert. Mobilität muss Spaß machen, gleichzeitig sicher, verlässlich und komfortabel sein – nur dann wird sie auch angenommen. Die Mobilitätsexperimente liefern genau die Erkenntnisse, die wir brauchen, um diese Angebote besser zu verknüpfen und Schritt für Schritt attraktiver zu machen.“ 

Weitere Informationen zum Experiment und Projekt finden Sie unter https://www.transform-region.de//Anders-Pendeln/ 

Sie haben Fragen zum Experiment allgemein?

Pia Heidenreich-Herrmann
Verein dorfbeweger e.V.
effolderbach@dorfbeweger.de

Luca Nitschke
Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE)
Tel. +49 69 7076919 20
luca.nitschke@isoe.de 

Mehr über das Forschungsprojekt transform-R

transform-R ist ein vom Regionalverband FrankfurtRheinMain initiiertes und vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördertes Projekt, mit dem übergeordneten Ziel, die Energie- und Mobilitätswende in der Region Frankfurt Rhein-Main voranzutreiben. Neben ökologischen Gesichtspunkten stehen dabei auch soziale Aspekte und die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen im Mittelpunkt. Ziel des Projekts ist es, in Erprobungsräumen (sogenannten „Reallaboren“) Erkenntnisse über Möglichkeiten einer beschleunigten Umsetzung der Mobilitätswende zu gewinnen. Hieraus werden wiederum Transferprodukte und Instrumente zur Skalierung entwickelt, um erfolgreich erprobte Mobilitätslösungen in andere Kommunen und letztlich in die Fläche zu bringen. Projektpartner des Regionalverbands sind die Goethe-Universität Frankfurt, das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) sowie das ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung.

Kontakt:

Dr. Luca Nitschke

Wissenschaftlicher Mitarbeiter Zum Profil

Melanie Neugart

Stellvertretende Leitung Wissenskommunikation und Wissenstransfer, Schwerpunkt Medienarbeit Zum Profil
Mobilität

Mobilität —

Wie kann Mobilität zukunftsfähig gestaltet werden? Warum kommt die Mobilitätswende nicht voran? Wie lassen sich Konflikte und Hemmnisse auf dem Weg zu einer postfossilen Mobilitätskultur überwinden?

Zur Themenseite