Forschung dort erleben, wo sie entsteht: Die Hochschule Geisenheim hat heute ihren neuen Forschungspfad in den Versuchsweinbergen oberhalb des Campus eröffnet. Der 2,8 Kilometer lange Rundweg macht aktuelle Forschungsarbeiten zu nachhaltigem Weinbau, Biodiversität, Wassermanagement und klimaangepassten Kulturlandschaften direkt vor Ort sichtbar – verständlich für Fachleute ebenso wie für die interessierte Öffentlichkeit.
An zwölf Stationen zeigt der Forschungspfad, wie die Hochschule Geisenheim an Lösungen für den Weinbau und die Weinbaulandschaft der Zukunft arbeitet: Wie lässt sich Wasser besser in der Landschaft halten? Welche Strukturen fördern Artenvielfalt im Weinberg? Welche Rolle können Agri-Photovoltaik, Rebenzüchtung oder historische Weinbauformen für klimaangepasste Kulturlandschaften spielen? Informationstafeln, Stelen und kurze Erklärvideos (abrufbar auf dem Smartphone per QR-Code) verbinden die Forschungsfragen direkt mit den Versuchsflächen.
Der Pfad ist jederzeit frei zugänglich und richtet sich an alle, die interessierte Öffentlichkeit, Fachpublikum, Studierende sowie Winzerinnen und Winzer. Der Forschungspfad ist ab sofort eröffnet. Geführte Touren werden ebenfalls angeboten, unter anderem im Rahmen der Nacht der Wissenschaft am 25. September 2026.
Zur Eröffnungsfeier begrüßte die Hochschule zahlreiche Gäste aus Wissenschaft und Politik sowie der Wein- und Tourismusbranche der Region. Grußworte sprachen Ministerialrat Magnus Milde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie Geisenheims Bürgermeister Christian Aßmann. Anschließend fuhren die Teilnehmenden im „Winzerexpress“ zum Forschungspfad in die Weinberge. Mit der Enthüllung einer Schautafel wurde der Pfad offiziell eingeweiht.
Forschung im Dialog mit der Region
„Der Forschungspfad ist ein wichtiger Baustein unserer Transferstrategie“, sagte Prof. Dr. Annette Reineke, Vizepräsidentin Forschung der Hochschule Geisenheim. „Als Hochschule wollen wir Forschung nicht nur exzellent betreiben, sondern ihre Ergebnisse auch in die Gesellschaft, die Praxis und die Region tragen. Der Forschungspfad zeigt, wie wir zentrale Zukunftsfragen – von nachhaltiger Landnutzung über Klimaanpassung bis zum Schutz der Biodiversität – bearbeiten und öffentlich zugänglich machen.“
Der Forschungspfad ist im Rahmen des Wissenstransferprogramms GeisTreich entstanden, das die Hochschule Geisenheim gemeinsam mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) umsetzt. Das Programm fördert den Austausch zwischen Forschung, Praxis und Öffentlichkeit zur Zukunft des Weinbaus und der Kulturlandschaft im Rheingau. GeisTreich steht für „Geisenheimer Transferprogramm für artenreichen und multifunktionalen Weinbau“ und wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie vom Land Hessen in der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ gefördert.
Prof. Dr. Ilona Leyer, wissenschaftliche Leiterin des Projekts, betonte die fachliche Bedeutung des neuen Angebots: „Die Stationen auf dem Forschungspfad zeigen ganz konkrete Lösungsansätze für die Herausforderungen im Weinbau und der Kulturlandschaft, z.B. wie Weinberge widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels gemacht werden können. Die Ergebnisse von Forschung dürfen nicht nur in Fachartikeln, auf Tagungen oder in Berichten erscheinen, sie müssen auch dort erfahrbar werden, wo ihre Fragen entstehen: im Weinberg, in der Landschaft, mit der Praxis, in der Region.
Dr. Verena Rossow, Projektleitung auf Seiten des ISOE und dort zuständig für den Wissenstransfer, unterstrich den Beitrag des neuen Formates für mehr Verständnis zwischen Forschung und Gesellschaft: „Der Forschungspfad macht Forschung vor Ort erlebbar und vermittelt auch komplexe Themen sehr verständlich. Er unterstützt somit einen informierten Austausch in der Region – über aktuelle Entwicklungen im Weinbau und die gemeinsame Gestaltung einer zukunftsfähigen Kulturlandschaft.“
Teil eines umfassenden Transferprogramms
Der Forschungspfad ergänzt weitere Transferformate des Programms GeisTreich. Dazu zählen die digitale „Plattform des Wissens“ auf der GeisTreich-Website, der Animationsfilm „Landschaft ist veränderbar“ zu Zukunftsbildern der Kulturlandschaft sowie Bildungsformate für Studierende und Schülerinnen und Schüler. Hinzu kommt das HGU-Forschungsmobil als mobiler Lern- und Ausstellungsraum, das ab 2027 Forschung direkt in die Region bringen und den Dialog mit unterschiedlichen Zielgruppen weiter ausbauen soll.
Weitere Informationen
Weitere Informationen zum Forschungspfad, den einzelnen Stationen sowie den begleitenden Erklärvideos finden Interessierte unter https://geistreich.hs-geisenheim.de/geistreich-interaktiv/der-forschungspfad sowie auf dem Hochschulkanal auf YouTube: www.youtube.com/@campusgeisenheim.
Pressekontakte
Hochschule Geisenheim
Philipp Stieffenhofer
Tel: 06722 502-6201
Email: philipp.stieffenhofer@hs-gm.de
Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE)
Dr. Nicola Schuldt-Baumgart
Tel: 069 707 6919-30
Email: nicola.schuldt-baumgart@isoe.de
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