Rechneigrabenweiher in der Obermainanlage in Frankfurt (©Fotolyse/Fotolia)

INTERESS-I – Integrierte Strategien zur Stärkung urbaner blau-grüner Infrastrukturen

Durch zunehmende Trockenperioden muss städtisches Grün verstärkt bewässert werden, um seine klimaregulierende Wirkung entfalten und die von ihm ausgehende Lebensqualität für Bewohnerinnen und Bewohner sichern zu können. Neue Formen des Wassermanagements für städtisches Grün gewinnen an Bedeutung. Das Forschungsprojekt INTERESS-I entwickelt und testet gemeinsam mit Experten aus Verwaltung und Wirtschaft in Frankfurt und Stuttgart geeignete Strategien für ein nachhaltiges Management der grünen und blauen Infrastruktur in Städten.

Forschungsansatz

Wärmere und trockenere Sommer, aber auch Starkregenereignisse stellen Städte vor neue Herausforderungen. Das Forschungsprojekt INTERESS-I erarbeitet gemeinsam mit den Städten Frankfurt am Main und Stuttgart Grundlagen, Konzepte und Umsetzungsvorschläge, die zeigen, wie urbanes Grün zukünftig bewirtschaftet werden sollte. Das Forscherteam wird hierzu auch alternative Wasserressourcen identifizieren und deren Eignung für die Bewässerung ermitteln sowie Speichermethoden und neuartige Formen von Stadtgrün erproben. INTERESS-I entwickelt und testet zusammen mit Fachleuten aus Verwaltung und Wirtschaft in Frankfurt und Stuttgart die erforderlichen integrierten Strategien.

Das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung konzentriert sich im Forschungsverbund auf die kommunalen Akteure sowie auf die Stadtgesellschaft in Frankfurt am Main und Stuttgart. Mithilfe sozialempirischer und partizipativer Methoden ermittelt das ISOE, wie das Grün in den Städten aus Sicht von Mieterinnen und Haus- bzw. Wohnungseigentümern sowie kommunalen Akteuren gestärkt, erweitert und mit dem notwendigen Wasser aus alternativen Ressourcen versorgt werden kann. Die Ergebnisse sind Grundlage für Maßnahmen zum Management von städtischen Infrastrukturen in Zeiten des Klimawandels. Zudem ist das ISOE auch für die Wissensintegration und den transdisziplinären Austausch innerhalb des Forschungsprojekts verantwortlich.

Hintergrund

Der Erhalt und die Weiterentwicklung urbaner Grün- und Freiflächen hat eine sehr große Bedeutung für Städte. Städtisches Grün ist nicht nur von wesentlicher Bedeutung für das Stadtklima, es übernimmt darüber hinaus viele weitere Aufgaben, die aus Sicht der Bürgerinnen und Bürgern wichtig sind für eine gute Aufenthaltsqualität in ihrem Stadtteil. In stark wachsenden Städten erhöht sich der Druck auf das Grün und den Erhalt seiner Funktionsfähigkeit bei gleichzeitig wachsenden Leistungsansprüchen zudem stetig. Hierzu zählt etwa die Pufferfunktion von Grünanlagen bei Starkregen. Durch diese Entwicklungen wächst gleichzeitig die Bedeutung eines nachhaltigen Managements der städtischen Wasserressourcen.

Projektpartner

  • TU München, Professur für Green Technologies in Landscape Architecture (Projektleitung)
  • Universität Stuttgart, Institut für Landschaftsplanung und Ökologie (ILPÖ) und Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte und Abfallwirtschaft (ISWA)
  • TU Kaiserslautern, Fachgebiete Ressourceneffiziente Abwasserbehandlung und Siedlungswasserwirtschaft

Praxispartner

  • Landeshauptstadt Stuttgart, Amt für Umweltschutz, Garten-, Friedhofs- und Forstamt
  • Stadt Frankfurt am Main, Grünflächenamt, Stadtentwässerung Frankfurt
  • HELIX-Pflanzen GmbH

Förderung

Das Forschungsprojekt „Integrierte Strategien zur Stärkung urbaner blau-grüner Infrastrukturen (INTERESS-I)“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der Fördermaßnahme „Umsetzung der Leitinitiative Zukunftsstadt“ des Förderschwerpunkts Sozial-ökologische Forschung gefördert.

Publikation

Winker, Martina/Jutta Deffner/Fanny Frick-Trzebitzky/Engelbert Schramm (2019): Städtisches Grün unter Druck. Potenziale von Wasserquellen für Anpassung an den Klimawandel. Stadt + Grün 68 (5), 33-38

Laufzeit

11/2018 – 10/2021