Ziel des Forschungsprojekts ist es, die im Forschungsprojekt SLInBio gewonnenen Erkenntnisse zur Insektenförderung in Frankfurter Gärten in die Praxis umzusetzen. Mithilfe zielgruppenspezifischer Beratungsangebote sollen in Frankfurt möglichst viele Gärtner*innen, auch aus Kleingartenanlagen, erreicht und für die Erhaltung und Weiterentwicklung der Biodiversität im Stadtgebiet gewonnen werden.
Die Beratungsangebote umfassen neben Informationen zur insektenfreundlichen Gartengestaltung auch Angebote für städtische Entscheidungsträger*innen. Dabei wird paxisorientiertes Wissen vermittelt, das zeigt, wie Kommunen bei den Zielgruppen des Projekts das Bewusstsein für die Bedeutung von Insekten stärken können. So werden beispielsweise Workshops zu Nisthilfen, umweltfreundlicher Stechmückenbekämpfung und Empfehlungen einer zielgruppenspezifischen Ansprache von Gärtner*innen angeboten.
Forschungsansatz
Das Forschungsprojekt hat zum Ziel, städtischen Entscheidungsträger*innen, Kleingartenvereinen und weiteren Garteninitiativen in Frankfurt wissenschaftliche Erkenntnisse zur biodiversitätsfreundlichen Gestaltung und Bewirtschaftung von Gärten zu vermitteln. Diese Erkenntnisse basieren auf dem Forschungsprojekt SLInBio, das in der Zeit von 2020 bis 2025 in Frankfurt durchgeführt wurde. Zentrale Aufgabe des aktuellen Projekts ist es, für unterschiedliche Zielgruppen Beratungsangebote zu entwickeln, die dazu beitragen, die Insektenvielfalt in der Stadt zu erhöhen. Die Beratungsangebote werden gemeinsam mit dem Frankfurter Verein GemüseheldInnen konzipiert und umgesetzt. Auf diesem Weg sollen möglichst viele Bürger*innen erreicht und motiviert werden, aktiv zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität im Stadtgebiet beizutragen.
Folgende Beratungsangebote sind geplant:
Zielgruppe Gärtner*innen in Frankfurter Kleingartenanlagen
- Gemeinsames Bauen von Nisthilfen für Insekten, verbunden mit praktischen Tipps zur Gestaltung des Gartens
- Infoveranstaltung zu neuartigen Stechmücken und deren umweltfreundlicher Bekämpfung
Zielgruppe Vorstände und Verbände von Kleingartenanlagen der Stadt Frankfurt
- Infoveranstaltung zum Thema „Wie gewinne ich Bürger*innen für ein insektenfreundliches Gärtnern und informiere diese über neuartige Stechmücken?“
Zielgruppe städtische Entscheidungsträger*innen
- Vortrag über die Ergebnisse und die Biotopkartierung des Forschungsprojekts SLInBio
Hintergrund
Städte weisen ein signifikantes Potenzial als Rückzugsorte für Insekten auf, da sie kaum von landwirtschaftlichem Pestizid- und Düngemitteleinsatz betroffen sind. Die Alltagspraktiken der Stadtbewohner*innen – etwa in den Bereichen Erholung, Gartenarbeit oder Mobilität – sowie die damit verbundenen Lebensstile können die Insektendiversität in Städten dabei sowohl fördern als auch beeinträchtigen.
Frühere Ansätze gingen davon aus, dass Bildungs- und Kommunikationsmaßnahmen ausreichen, um das Thema Insektendiversität stärker im Bewusstsein der Stadtbevölkerung zu verankern und dadurch insektenfreundliches Handeln zu fördern. Neue Studien belegen allerdings, dass die Naturerfahrung der Menschen abnimmt: Das direkte Erleben von Insekten wird immer seltener. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Bereitschaft, Insekten zu schützen. Zusammengenommen machen diese Ergebnisse deutlich, dass eine zielgruppenspezifische Ansprache, die auf die Einstellungen und Hemmnisse eingeht, notwendig ist.
Das Forschungsprojekt SLInBio – Städtische Lebensstile und die Inwertsetzung von Biodiversität: Libellen, Heuschrecken, Hummeln und Co. untersuchte in Frankfurt am Main, wie das Bewusstsein für Insektendiversität gesteigert und insektenfreundliches Handeln gefördert werden kann. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen entwickelt das aktuelle Folgeprojekt daraus zielgruppenspezifisch angepasste Beratungsangebote und Formate, die die praktische Umsetzung von insektenfördernden Maßnahmen in Frankfurter Gärten unterstützen sollen.
Projektpartner
GemüseheldInnen e. V.
Förderung
Das Projekt wird mit Mitteln der Stadt Frankfurt am Main gefördert.
Kontakt: