Für die Stadt Weimar entwickelt das ISOE gemeinsam mit der Energy Effizienz GmbH ein integriertes Klimaanpassungskonzept. Im Mittelpunkt stehen eine Betroffenheitsanalyse sowie die frühzeitige und kontinuierliche Einbindung lokaler Akteure. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden mit lokalem Wissen aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in einem dialogorientierten Prozess verknüpft, um praxisnahe Lösungen für eine klimaresiliente Kommunalentwicklung zu erarbeiten.
Forschungsansatz
Das Team des ISOE ist verantwortlich für die Akteursbeteiligung sowie die Betroffenheitsanalyse. Durch geeignete Beteiligungsformate und praxisnahe Austauschprozesse wird lokales Wissen erfasst und in die Konzepterstellung integriert. So fließen Erfahrungen aus der kommunalen Praxis ebenso ein wie Einschätzungen zu Betroffenheiten, Handlungsbedarfen und bestehenden Herausforderungen. Dieser dialogorientierte Prozess stärkt die Akzeptanz der Maßnahmen, erhöht ihre Wirksamkeit und unterstützt eine langfristige Verankerung der Klimaanpassungsmaßnahmen auf kommunaler Ebene.
Wissenstransfer und interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die Erstellung kommunaler Klimaanpassungskonzepte dient als Plattform für einen strukturierten Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und kommunaler Praxis. Aktuelle Forschungsergebnisse des ISOE zu Klimaanpassung, Wasserressourcenmanagement und der Kopplung blau-grüner Infrastrukturen, Biodiversität und Stadtnatur sowie Kommunikations-, Beteiligungs- und Transferstrategien werden in die Konzepte integriert. Dabei arbeitet das Team interdisziplinär und eng mit kommunalen Entscheidungsträger*innen sowie weiteren Partnern vor Ort zusammen, um wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete, umsetzungsorientierte Strategien zu übersetzen. Auf diese Weise entstehen tragfähige Lösungen, die Städte und Gemeinden nachhaltig stärken und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels erhöhen.
Hintergrund
Die Stadt Weimar ist eine kreisfreie Stadt in Thüringen. Sie ist geprägt von einer hohen Dichte an Welterbestätten, klassizistischer Architektur und grünen Parks. Die Altstadt liegt an einem Bogen der Ilm südöstlich des Ettersberges. Wie viele Kommunen in Deutschland steht Weimar vor wachsenden Herausforderungen durch den Klimawandel wie steigende Sommerhitze, Dürreperioden und extreme Wetterereignisse. Das Klimaanpassungsgesetz des Bundes (KAnG), das am 1. Juli 2024 in Kraft trat, verpflichtet die Bundesländer, sicherzustellen, dass für das Gebiet von Gemeinden und Landkreisen Klimaanpassungskonzepte auf Grundlage einer fundierten Risikoanalyse erstellt werden. Dies erfolgt durch die jeweilige Landesgesetzgebung. Das Klimaanpassungskonzept dient als Entscheidungsgrundlage für die Priorisierung von Maßnahmen und stellt sicher, dass Anpassungsstrategien koordiniert, nachvollziehbar und langfristig wirksam umgesetzt werden können.
Forschungs- und Projektpartner
Praxispartner
Förderung
Das Projekt „Integriertes Konzept zur Klimaanpassung und für natürlichen Klimaschutz für die Stadt Weimar“ wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) im Rahmen der Förderrichtlinie „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“.
Links
Kontakt: