TRI-HP – Trigenerations-Systeme aus mehreren erneuerbaren Energiequellen

Das Projektteam erforscht in diesem EU-geförderten, interdisziplinären Projekt, wie Nutzer*innen und Stakeholder die innovative TRI-HP-Technologie wahrnehmen. Ziel ist es zu ermitteln, welche sozialen Anforderungen und Bedürfnisse zu berücksichtigen sind, damit diese Systeme erfolgreich eingesetzt werden können.  

Forschungsansatz

Trigenerations-Systeme sind Systeme, die Wärme-, Kälte- und Stromerzeugung aus überwiegend erneuerbaren Energiequellen miteinander kombinieren, um z.B. für Mehrfamilienhäuser genutzt zu werden. Während sich der Großteil der Projektpartner mit der Entwicklung dieser innovativen Technik befasst, ist es die Aufgabe des ISOE-Teams, die Perspektiven der Akteur*innen zu erforschen, die diese Technologie letztlich nutzen oder mit ihr zu tun haben werden. Damit soll unter Berücksichtigung aktueller sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse sichergestellt werden, dass am Ende nicht nur die Technik funktioniert, sondern die Entwicklung auch unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und Anforderungen der Nutzer*innen und Stakeholder geschieht. 

Hintergrund

Trotz eines stetig wachsenden Anteils erneuerbarer Energieversorgung innerhalb der europäischen Union bedarf es dringend weiterer Anstrengungen, um die vereinbarten Pariser Klimaschutzziele zu erreichen. Der Großteil der Treibhausgasemissionen stammt dabei aus dem Energiesektor, der somit das größte Einsparpotenzial bietet. Das Projekt TRI-HP kann einen Beitrag zur CO2-Einsparung leisten, da es eine Alternative zur fossilen Energieverwertung im Wohnsektor darstellt. Hausbesitzer, für die TRI-HP zudem eine attraktive 3-in-1-Lösung ist, können so nicht nur signifikant ihre Ökobilanz verbessern, sondern zugleich auch Strom- und Heizkosten sparen.

Wie wir aus der sozialwissenschaftlichen Technikforschung allerdings wissen, handelt es sich bei der Implementierung neuer technischer Innovationen um einen komplexen Prozess, in dem unterschiedliche Anspruchsberechtigte beteiligt sind, wie etwa Investoren, Entscheidungsträger, Architekten, Hausbesitzer oder Installateure. Eine der Aufgaben des ISOE-Teams wird deshalb sein, diese Vielschichtigkeit zu berücksichtigen, um potenzielle Hürden, Anreize und Widerstände im direkten Dialog mit den Betroffenen herauszuarbeiten. 

Methodik

Aufbauend auf dem jeweils aktuellen Forschungstand der Akzeptanz-, Innovations- und Risikoforschung und unter expliziter Berücksichtigung von Genderaspekten werden die Bedürfnisse, Erwartungen, Risikowahrnehmungen und Bedenken der unterschiedlichen Stakeholder systematisch ermittelt. Dafür werden in mehreren europäischen Ländern mit unterschiedlichen geographischen, klimatischen, politischen und kulturellen Bedingungen mittels semi-strukturierter Expert*innen-Interviews, Stakeholder-Workshops und Fokusgruppengesprächen qualitative Daten erhoben. Die Analyse dieser soll schließlich in der Formulierung konkreter Handlungsempfehlungen münden. 

Projektpartner

  • Institut für Solartechnik, Hochschule für Technik Rapperswil (SPF-HSR), Schweiz
  • Fundación Tecnalia Research & Innovation (TECNALIA), Spanien
  • CADENA SA (CADENDA), Schweiz
  • Catalonia Institute for Energy Research (IREC), Spanien
  • ALFA LAVAL Industry (ALFAL), Schweden
  • Industrielack AG (ILAG), Schweiz
  • Norwegian University of Sciences and Technology (NTNU), Norwegen
  • Danish Institute of Technology (DTI), Dänemark
  • Institute of Refrigeration, Air-Conditioning and Environmental Engineering, University of Applied Sciences Karlsruhe (IKKU-UASKA), Deutschland
  • Federation of European Heating, Ventilation and Air Conditioning Associations (REHVA), Belgien
  • Equipos frigoríficos compactos (EFC), Spanien

Förderung

Das Projekt „TRI-HP – Trigenerations-Systeme aus mehreren erneuerbaren Energiequellen“ wird von der Europäischen Union im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizon 2020“ finanziert.

Laufzeit

03/2019 – 02/2023