Lebenswerter Stadtplatz. Zukunftsfähige Stadträume durch transdisziplinäre Gestaltung
Flurina Schneider et al.
Transdisziplinär forschen: Studierende gestalten Zukunftsideen für einen klimaangepassten Campusplatz.
Studierende der Goethe-Universität erprobten im Rahmen eines Seminars transdisziplinäres Arbeiten. Thema war die klimaangepasste und biodiversitätsfreundliche Campusgestaltung. Neben theoretischen Grundlagen wurden auch Beobachtungen vor Ort, Pflanzenbestimmungen, Literaturrecherchen sowie Interviews mit relevanten Akteur*innen und Nutzenden des Platzes einbezogen. Kernelement war ein von den Studierenden moderierter Stakeholder-Workshop, auf dem betroffene Akteur*innen konkrete Maßnahmen diskutierten. Das Seminar zeigte so, wie durch Beteiligung, Austausch und vielfältiges Wissen konkrete Zukunftsideen entstehen. Der Prozess und die Ergebnisse wurden in einer Ausstellung im Rahmen des World Design Capital Frankfurt im Museum Angewandte Kunst präsentiert.
Was macht einen Platz in der Stadt lebenswert für Menschen, Tiere und Pflanzen? Wie lassen sich unterschiedliche Bedürfnisse in Einklang bringen? Was muss sich mit Blick auf die Auswirkungen des Klimawandels, etwa Hitze und Starkregen, ändern? Diesen Fragen gingen Studierende aus Sozial- und Naturwissenschaften im transdisziplinären Seminar „Sozial-ökologische Problemanalyse und Gestaltungsoptionen an Fallbeispielen” im Masterstudiengang Umweltwissenschaften an der Goethe-Universität (GU) in Frankfurt nach. Das Seminar war als integrativer, partizipativer und lernorientierter Prozess zwischen den Studierenden und Akteuren aus der Universitätsverwaltung, der Zivilgesellschaft sowie Fachexpert*innen konzipiert. Fallbeispiel für das transdisziplinäre Arbeiten war der Theodor-W.-Adorno-Platz auf dem Campus der GU.
Neben theoretischen Grundlagen wurden auch Beobachtungen vor Ort, Pflanzenbestimmungen, Literaturrecherchen sowie Interviews mit relevanten Akteur*innen und Nutzenden des Platzes einbezogen. In einem von den Studierenden moderierten Stakeholder-Workshop identifizierten und bewerteten die beteiligten Akteure zunächst gemeinsam die bestehenden Bedingungen des Platzes und mögliche Gestaltungsansätze. Darauf aufbauend entwickelten sie Ideen und Maßnahmen für eine Neugestaltung des Platzes. Auf den transdisziplinär entstandenen Ergebnissen aufbauend erstellten die Studierenden schließlich einen eigenen Gestaltungsvorschlag.
Das Seminar zeigte, dass im öffentlichen Raum die Verbindung von Aufenthaltsqualität, Klimaanpassung und Schutz der Artenvielfalt möglich ist, wenn unterschiedliche Perspektiven einbezogen werden. Die Studierenden haben gelernt, einen transdisziplinären Prozess zu gestalten, durchzuführen und zu reflektieren, der wissenschaftliche Erkenntnisse, Beteiligung und reale Rahmenbedingungen verbindet. Diese Kompetenzen unterstützen die Studierenden dabei, künftig auch andere komplexe gesellschaftliche Herausforderungen zu bearbeiten und gemeinsam mit den beteiligten Akteuren tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Die Ergebnisse des Seminars wurden für die Ausstellung „WDC-Campus: dreams, ideas & prototypes“ im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain2026 visualisiert und vom 03.07.2026 bis zum 09.08.2026 im Museum Angewandte Kunst ausgestellt.
Öffentliche Plätze übernehmen wichtige klimatische, biologische und soziale Funktionen: Sie dienen als Freizeit- und Erholungsräume, in denen Menschen im Sommer Abkühlung und Schatten suchen und im Winter geschützte, dennoch lichtdurchlässige Aufenthaltsbereiche finden. Der Theodor-W.-Adorno-Platz am Campus Westend der GU steht vor einer typischen Herausforderung vieler urbaner Freiräume: Er soll gleichzeitig Aufenthaltsort, Begegnungsraum und Veranstaltungsfläche sein und dabei unter den Bedingungen des Klimawandels funktional und nutzbar bleiben.
Solche Gestaltungsaufgaben lassen sich nicht aus einer einzelnen fachlichen Perspektive heraus bearbeiten. Sie erfordern vielmehr, dass unterschiedliche wissenschaftliche Erkenntnisse mit dem Wissen aus der Praxis verbunden werden. Dabei müssen unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse identifiziert und Zielkonflikte sichtbar gemacht werden. Zugleich gilt es, gemeinsam mit den beteiligten Akteur*innen tragfähige Lösungen zu entwickeln und deren Wirkungen kritisch zu reflektieren. Dafür benötigen die Beteiligten Kompetenzen für den Umgang mit komplexen Problemen, für die Integration unterschiedlicher Wissensformen und Perspektiven sowie für die Gestaltung partizipativer Prozesse. Das Seminar hat diese transdisziplinären Kompetenzen anhand einer konkreten Problemstellung vermittelt und die Studierenden befähigt, dieses Wissen und diese Kompetenzen auf andere gesellschaftliche Herausforderungen zu übertragen.
Flurina Schneider et al.
Wie können sich Kommunen besser auf zukünftige Wetterextreme vorbereiten? Welche Unterstützung brauchen sie bei der Klimaanpassung?
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