Projekte
Biodiversität Transformation

PathChange – Konstruktive Konfliktbearbeitung zur nachhaltigen Renaturierung von Feuchtgebieten 

Um die Renaturierung von Feuchtgebieten wirksamer zu gestalten, entwickelt das Forschungsprojekt gemeinsam mit politischen und gesellschaftlichen Akteuren Wege zur konstruktiven Konfliktbearbeitung.

Bild: Magica - stock.adobe.com Hochmoor Hohes Venn Eifel

PathChange entwickelt gemeinsam mit regionalen und nationalen Akteuren in Deutschland, Belgien, Rumänien und Spanien Visionen und Strategien zur konstruktiven Bearbeitung von Konflikten im Zusammenhang mit der Renaturierung von Feuchtgebieten. Damit trägt das Forschungsprojekt zu einem transformativen Wandel bei, der Synergien zwischen Naturschutz, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zielen schafft. 

Forschungsansatz

Die Forschungsarbeit in PathChange ist als integrativer, partizipativer und lernorientierter Prozess zwischen wissenschaftlichen Partnern und Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft konzipiert. Im Zentrum stehen vergleichende empirische Fallstudien zu ausgewählten laufenden und geplanten Renaturierungsmaßnahmen in den vier Fallstudienregionen.

In moderierten Stakeholder-Workshops identifizieren und bewerten die beteiligten Akteure zunächst gemeinsam die Konfliktgegenstände. Darauf aufbauend entwickeln sie Visionen und Strategien für einen konstruktiven Umgang mit den Konflikten. Ergänzend wird für jede Fallstudie untersucht, inwieweit sich die relevanten Governance-Strukturen und politischen Maßnahmen als integriert oder fragmentiert erweisen und wie sich dies auf die Konfliktdynamik sowie die Ziele des Schutzes von Feuchtgebieten auswirkt.

Ziel ist es, Governance-Strukturen und politische Maßnahmen besser aufeinander abzustimmen, um so Konflikte zu reduzieren. Auf Basis der empirischen Forschungsergebnisse und deren vergleichender Analyse erarbeitet das Forschungsteam zudem Handlungsoptionen und Politikempfehlungen auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene. 

Hintergrund

Die verbliebenen Feuchtgebiete Europas (z. B. Moore, Flussauen, Sümpfe, Marschland) sind von hohem Wert für die biologische Vielfalt und bieten zahlreiche Ökosystemleistungen für die Gesellschaft. Zugleich sind sie stark gefährdet, etwa durch Flussbegradigungen, die Umwandlung in Ackerflächen oder Schadstoffeinträge. 

Die Europäische Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (EU 2024/1991) bietet große Chancen, den Verlust von Feuchtgebieten und ihrer Biodiversität aufzuhalten und umzukehren. Ihr Erfolg und ihre transformative Wirkung hängen jedoch von der wirksamen Umsetzung der Wiederherstellungsmaßnahmen in den EU-Mitgliedstaaten ab. 

Diese ist mit erheblichen Herausforderungen verbunden: Vielfach sind politische Maßnahmen und Zuständigkeiten nicht ausreichend aufeinander abgestimmt. Zudem sind Renaturierungsprojekte aufgrund von Konflikten zwischen unterschiedlichen Interessengruppen – beispielsweise Naturschutzbehörden, Landwirtschaft, Fischerei, Schifffahrt, Tourismus, zivilgesellschaftlichen Gruppen und Anwohner*innen – häufig umstritten. 

Forschungs- und Projektpartner

  • Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE, Projektleitung)
  • Eigen Vermogen van het Instituut voor Natuur-en Bosonderzoek (EV-INBO), Brüssel, Belgien
  • Ghent University, Faculty of Political and Social Sciences, Ghent, Belgien
  • University of Bucharest, Research Centre in Systems Ecology and Sustainability, Bukarest, Rumänien
  • University of Almería, Department of Biology and Geology, Almerìa, Spanien

Förderung

Das Projekt „PathChange – Pathways for constructive conflict transformation to foster transformative change in wetland restoration“ wird gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen des Biodiversa+-Förderprogramms „BiodivTransform – Biodiversity and Transformative Change“.

Kontakt:

Apl. Prof. Dr. Diana Hummel

Koordinatorin für Lehre und wissenschaftlichen Nachwuchs Zum Profil

Projekt-Infos

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Forschungsfelder:
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