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Biodiversität

Nature Aligned Sourcing – Auswirkungen der Lebensmittelproduktion auf Ökosystemleistungen

Das Projekt entwickelt ein Rahmenkonzept, um Abhängigkeiten und Auswirkungen der Lebensmittelproduktion auf Ökosystemleistungen entlang globaler Lieferketten sichtbar zu machen.

Bild: Christopher Boswell - stock.adobe.com Raw Food Fruit Oranges Ripening Agriculture Farm Orange Grove

Die Nahrungsmittelproduktion ist weltweit maßgeblich von Ökosystemleistungen abhängig und hat gleichzeitig einen erheblichen Einfluss auf diese Leistungen. Damit Unternehmen zentrale Ökosystemleistungen in ihren Lieferketten stärker berücksichtigen können, entwickelt das Forschungsprojekt ein Rahmenkonzept. Ausgehend von ausgewählten Rohstoffen werden Datenquellen mit verfügbaren standort- und rohstoffspezifischen Informationen zusammengeführt. Konkrete Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung nachhaltiger Beschaffungsstrategien können so identifiziert werden.

Forschungsansatz

Das Forschungsprojekt wird im Auftrag des Unternehmens dm-drogerie Markt und unter Leitung des Frankfurt Conservation Center (FCC) durchgeführt. Es untersucht, wie die Gewinnung ausgewählter Rohstoffe von funktionierenden Ökosystemleistungen abhängt – und wie sich diese Abhängigkeiten für eine nachhaltigere Beschaffung berücksichtigen lassen. Ausgehend von ausgewählten Rohstoffen werden die relevanten Ökosystemleistungen in den jeweiligen Herkunftsregionen betrachtet.

Dabei geht es sowohl um die Frage, welche Auswirkungen die Rohstoffgewinnung auf die Ökosysteme vor Ort hat, als auch darum, welche Leistungen für die Stabilität der Rohstoffgewinnung besonders wichtig sind. Eine zentrale Annahme des Projekts ist: Intakte und widerstandsfähige Ökosysteme können zur langfristigen Rohstoffsicherheit beitragen. Davon profitieren nicht nur Unternehmen und ihre wirtschaftliche Stabilität, sondern auch Biodiversität und Klimaschutz sowie das Wohlergehen der Menschen in den Herkunftsregionen. Indem die für die Rohstoffgewinnung relevanten Ökosystemleistungen sichtbar gemacht werden, lassen sich perspektivisch auch Möglichkeiten von zielgerichteten Naturschutzmaßnahmen in die Betrachtung von Wertschöpfung einbeziehen.

Das Projekt ist modular aufgebaut. Derzeit wird Modul 1 umgesetzt. Ziel ist die Entwicklung eines Rahmenkonzepts, mit dem Unternehmen Ökosystemleistungen künftig systematisch und praxisnah bewerten können. Das Konzept soll zentrale Wechselwirkungen sichtbar machen und konkrete Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung nachhaltiger Beschaffungsstrategien aufzeigen. Die Ergebnisse werden in einer Evaluationsmatrix und einer Roadmap gebündelt, die Unternehmen bei der strategischen Weiterentwicklung ihrer Beschaffung unterstützen. Das Rahmenkonzept schafft zugleich die Grundlage für eine mögliche vertiefende Anwendung und Weiterentwicklung in den folgenden Modulen.

Hintergrund 

Die globale Nahrungsmittelproduktion ist in hohem Maß von Ökosystemleistungen wie Bestäubung, Bodenfruchtbarkeit, Wasserverfügbarkeit und Klimaregulation abhängig. Gleichzeitig beeinflusst sie diese Leistungen durch Landnutzung, Emissionen und Ressourcenverbrauch erheblich. Die Bedeutung von Ökosystemen für die Nahrungsmittelproduktionssysteme geht jedoch über ihre materiellen und regulierenden Leistungen hinaus:  Natur trägt auch auf vielfältige nicht-materielle Weise zu Ernährungssystemen bei – etwa durch Ernährungs- und Esskulturen, regionale Identitäten, überliefertes Wissen, Erholung oder spirituelle Beziehungen zu Landschaften. Diese kulturellen Ökosystemleistungen sind eng mit landwirtschaftlichen Praktiken und regionalen Rohstoffen verbunden.

Hier setzt das Forschungsprojekt an. Es entwickelt ein Rahmenkonzept, mit dem sich die Auswirkungen der Lebensmittelwirtschaft auf Ökosystemleistungen systematisch erfassen und bewerten lassen. Dabei werden sowohl materielle und regulierende als auch kulturelle Beiträge der Natur in Produktionssystemen systematisch berücksichtigt. So sollen zentrale Wechselwirkungen und indirekte Treiber entlang der Lieferketten sichtbar und konkrete Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung nachhaltiger Beschaffungsstrategien identifiziert werden. Die Ergebnisse fließen in eine Evaluationsmatrix und eine Roadmap ein. Sie sollen Unternehmen dabei unterstützen, die Abhängigkeiten und Auswirkungen ihrer Beschaffung auf Ökosysteme besser zu verstehen und daraus Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung nachhaltiger Nahrungsmittelproduktionssysteme abzuleiten.

Forschungs- und Projektpartner

  • Frankfurt Conservation Center (FCC) (Leitung)
  • Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig (iDiv)
  • Biodiversity in Good Company (BiGC)

Praxispartner 

  • dm-drogerie markt

Auftraggeber

Das Projekt „Nature Aligned Sourcing“ ist ein Auftrag der dm-drogerie markt GmbH + Co. KG.

Kontakt:

Dr. Deike U. Lüdtke

Wissenschaftliche Mitarbeiterin Zum Profil

Projekt-Infos

Gestartet:
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