Advancing transformational leadership for climate action
TRACTION Collective et al.
Transformationsräume schaffen, um neue Wege für den Umgang mit Unsicherheiten im Wasserressourcenmanagement aufzuzeigen – am Beispiel der Karstlandschaften in Europa
Der globale Wandel und auch die sozial-ökologische Gestaltung dieses Wandels sind mit großen Unsicherheiten verbunden. Das Forschungsprojekt InfraSETS untersucht, welchen Veränderungen Wasserinfrastrukturen unterliegen und wie diese nachhaltig gestaltet werden können. Im Fokus stehen die besonders sensiblen Karstlandschaften. Hier ist die Infrastrukturgestaltung mit besonderen Unsicherheiten behaftet. In Zusammenarbeit mit Biosphärenreservaten und der Wasserwirtschaft entwickelt das Forscherteam partizipative Modellierungen, Kartierungen und Visionen, die Transformationspfade aufzeigen und gemeinsame Lernprozesse ermöglichen.
Biosphärenreservate sind seit Langem Modellregionen für gemeinsames Lernen und Handeln von Verwaltung, Unternehmen und Anwohnern in komplexen sozial-ökologischen Zusammenhängen. Sie sind daher Vorreiter in der Entwicklung experimenteller Lösungen für Nachhaltigkeitsherausforderungen in vulnerablen Landschaften. Aufgrund ihrer Bedeutung für den Artenschutz und ihrer Vulnerabilität gelten Karstlandschaften als schützenswert. Zugleich bestehen Unsicherheiten im Wissen um hydrogeologische Zusammenhänge. Biosphärenreservate in Karstlandschaften zeigen exemplarisch, wie Akteure mit den Unsicherheiten bezüglich der Folgen des Klimawandels auf den Naturschutz und die Bewirtschaftung von Wasserressourcen umgehen können.
Die Forschungsgruppe „InfraSETS“ betrachtet daher Biosphärenreservate und andere geschützte Landschaften in Karstlandschaften als Transformationsräume – Orte, an denen innovative Wege der nachhaltigen Veränderung erprobt werden können. Ziel des Projekts ist es, diese Transformationsräume zu stärken, weiterzuentwickeln und gemeinsam neue Ansätze für sozial-ökologische Transformationen zu schaffen. In vier europäischen Karstlandschaften untersucht das Projektteam, wie Unsicherheiten, wissenschaftliche Expertise und politische Maßnahmen für transformative Prozesse genutzt werden können. Gleichzeitig werden neue Formate für Transformationsprozesse gemeinsam entwickelt, erprobt und umgesetzt.
Die Untersuchungen konzentrieren sich auf vier Karstlandschaften, die eine besondere Bedeutung für den Natur- und Ressourcenschutz haben:
Das ISOE arbeitet eng mit Partnerinstitutionen aus diesen Regionen zusammen, um transformative Ansätze zu fördern und langfristige Beiträge zu sozial-ökologischen Lösungen zu leisten.
Transformationsräume, in denen Wissenschaft und Praxis vertrauensvoll zusammenarbeiten und mit Ideen und (Forschungs-)Praktiken experimentieren, ermöglichen transformative Entwicklungen. Sie könnten damit beispielgebend sein für Karstlandschaften, die beim Naturschutz und dem Wasserressourcenmanagement vor besonderen Herausforderungen stehen.
Das Projekt InfraSETS zielt darauf ab, Transformationsräume auf zwei Ebenen zu schaffen:
Ebene 1: Forschung in den Regionen
In den Karstlandschaften werden gemeinsam mit Biosphärenreservaten und Praxispartnern Infrastrukturelemente entwickelt. Diese Elemente umfassen konkrete Ansätze wie Ausstellungen, Risikomanagementstrategien, Kartierungen, Dialogformate und Beratungsangebote. Die Gestaltung dieser Infrastrukturen erfolgt transdisziplinär und wird durch fachliche Fragestellungen ergänzt, die sich mit Unsicherheiten, Wissen und Governance befassen.
Ebene 2: Transformation von Wissensräumen
Zusätzlich werden Räume des Wissensaustauschs geschaffen, die den Dialog zwischen den beteiligten Institutionen und Partnern fördern. Zu diesen Formaten gehören kollaboratives Schreiben, gemeinsame Lernplattformen und Austauschprogramme, die die Zusammenarbeit stärken.
Infrastrukturen spielen eine Schlüsselrolle in Transformationsprozessen – sie können Wandel beschleunigen oder hemmen. Sie prägen sowohl Beziehungen zwischen Menschen als auch zwischen Gesellschaft und Natur. Für eine nachhaltige Zukunft müssen sich Infrastrukturen den neuen Herausforderungen anpassen, insbesondere den Folgen des Klimawandels wie häufigeren Extremereignissen und veränderten Wasserverfügbarkeiten.
Eine zukunftsfähige Wassernutzung in Europa erfordert den Umgang mit Unsicherheiten und ein Umdenken im Umgang mit Ressourcen. Hierfür bietet die Zusammenarbeit mit Biosphärenreservaten als Pionieren des Wandels wertvolle Ansätze. Sie ermöglicht es, über kurzfristige Problemlösungen hinauszudenken und Transformationsprozesse im gesellschaftlichen Umgang mit Natur und Ressourcen zu fördern.
Das Projekt „InfraSETS – Infrastructuring Social-Ecological Transformations in Water Management and Nature Protection in Karst Landscapes“ wird gefördert durch die VolkswagenStiftung in der Förderinitiative „Change! Fellowships and Research Groups“.
TRACTION Collective et al.
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