In sechs Reallaboren in Frankreich, Italien, Schweden, Irland, Ungarn und Deutschland werden gemeinsam mit lokalen Stakeholdern agrarökologische Praktiken entwickelt und umgesetzt. Ziel ist es, die Vorteile und Risiken dieser Praktiken zu identifizieren und Szenarien für ihre Umsetzung zu prognostizieren. Das ISOE hat dabei die Aufgabe, die regionale Nachfrage nach Ökosystemleistungen, die durch diese agrarökologischen Maßnahmen entstehen, in den sechs Reallaboren zu quantifizieren.
Forschungsansatz
Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung lokal angepasster agrarökologischer Praktiken – beispielsweise Blühstreifen, Agroforst oder extensive Weidenutzung – in den sechs Reallaboren des Projekts, der Analyse ihrer Vor- und Nachteile sowie der Abschätzung möglicher Auswirkungen einer großflächigen Einführung.
Das Forschungskonzept basiert auf vier komplementären methodischen Ansätzen. Es verfolgt einen transdisziplinären Ansatz durch die aktive Einbindung von Interessengruppen. Das europäische Netzwerk von Reallaboren strebt eine gemeinsame Entwicklung von Lösungen an, wobei in allen Reallaboren ein ähnliches landschaftsbezogenes Design angewendet wird. Mithilfe statistischer Simulationsmodelle und der Entwicklung regionaler Szenarien sollen für Landwirte und lokale Entscheidungsträger die Auswirkungen verschiedener agrarökologischer Praktiken auf regionaler Landschaftsebene prognostiziert werden.
Das ISOE hat die Aufgabe, die regionale Nachfrage nach Ökosystemleistungen in agrarökologischen Systemen im gesamten europäischen Netzwerk der Reallabore zu quantifizieren. Darauf aufbauend sollen die Anforderungen verschiedener Interessengruppen an unterschiedliche Ökosystemleistungen ermittelt und deren Multifunktionalität gemessen werden. Das ISOE bringt hier seine sozial-ökologische Expertise bei der Einrichtung und Protokollierung der Reallabore sowie bei der Stakeholderanalyse ein
Hintergrund
Die Nationale Bioökonomiestrategie Deutschlands zielt auf die nachhaltige Nutzung biologischer Ressourcen zur Lösung sozial-ökologischer Systemkrisen. Die Agrarökologie ist ein Ansatz, der ökologische, ökonomische und soziale Ziele in eine nachhaltige Landbewirtschaftung integriert. Das Forschungsprojekt SAFER betrachtet diesen Ansatz als bioökonomische Lösung und trägt so zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele bei.
Forschungs- und Projektpartner
- National Research Institute for Agriculture, Food and Environment (INRAe), FRANCE (Koordination)
- University of Verona (UNIVR), ITALY
- University College Dublin (UCD), IRELAND
- Brandenburg University of Technology Cottbus-Senftenberg (BTU), GERMANY
- HUN-REN Centre for Ecological Research, HUNGARY
- University of Bergen (UiB), NORWAY
- University of Padova (UNIPD), ITALY
- Teagasc Agriculture and Food Development Authority (TEAG), IRELAND
- Leibniz Centre for Agricultural Landscape Research (ZALF), GERMANY
- Lund University (LU), SWEDEN
Praxispartner
SAFER verfolgt einen transdisziplinären Ansatz: Im Laufe des Projekts werden in den sechs Reallaboren Landwirt*innen, Anwohner*innen, Beratungsdienste, Forschende sowie Entscheidungsträger*innen in den Forschungsprozess einbezogen.
Förderung
Das Forschungsprojekt „SAFER – Strengthening Agricultural landscape multiFunctionality through expansion of agroecological farming in EuRope“ wird gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Fördermaßnahme „AGROECOLOGY – Förderung der Agrarökologie in landwirtschaftlichen Betriebssystemen und regionaler Landwirtschaft“.
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