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Wissen und Partizipation Transformation

Zukunft Offenbach – partizipative Zukunftsbilder für eine diverse Stadtgesellschaft

Im Forschungsprojekt „Zukunft Offenbach“ entwickeln junge Menschen gemeinsam mit dem Projektteam Zukunftsbilder für eine vielfältige Stadt – mit partizipativen und KI-gestützten Methoden.

Bild: pressmaster - stock.adobe.com Group of multiethnic teenagers collaborating on laptop in classroom.

Im Forschungsprojekt „Zukunft Offenbach“ entwickeln junge Menschen gemeinsam mit dem Projektteam ein Zukunftsbild für eine hochgradig diverse Stadtgesellschaft. In Co-Design-Prozessen erkunden sie ihre Vorstellungen vom urbanen Leben der Zukunft. Mithilfe KI-gestützter Beteiligungsformate und sozialwissenschaftlicher Methoden untersucht das Projektteam, wie solche Zukunftsbilder gesellschaftliche Aushandlungsprozesse anstoßen. Gleichzeitig wird erforscht, wie junge Menschen motiviert werden können, ihre Stadt aktiv mitzugestalten.

Forschungsansatz

Durch die Verbindung von KI-gestützten Beteiligungsformaten mit partizipativen Designprozessen leistet das Forschungsprojekt Pionierarbeit. Gleichzeitig werden neue Ansätze für interkulturelle Kommunikation und für die wissenschaftliche Evaluation designbasierter Zukunftsbildprozesse entwickelt. Eine zentrale Innovation des Projekts besteht darin, Zukunftsbilder nicht als statische Visionen zu verstehen, sondern als offene, sich weiterentwickelnde Narrative. Diese spiegeln gesellschaftliche Aushandlungsprozesse wider und können sich im Laufe der Zeit verändern.

Die Wissenschaftler*innen des ISOE untersuchen die Frage, wie alltagsbezogene Themen mit Bezug zur sozial-ökologischen Transformation – wie beispielsweise Mobilität, Wohnen oder Zusammenleben – so kommuniziert werden können, dass junge Menschen sich angesprochen fühlen und sich als Mitgestaltende der Stadtentwicklung verstehen. Darüber hinaus untersucht das ISOE-Team, welche Wirkungen ein interaktiver Zukunftsbildprozess auf die Sichtweisen, Identifikation und Beteiligung junger Menschen sowie auf die Stadtgesellschaft insgesamt entfalten kann.

Das Projektteam kombiniert iterative und co-kreative Ansätze aus Designforschung und Sozialforschung mit transdisziplinärer Zusammenarbeit. Die ISOE-Forschenden erheben in einem ersten Schritt die Vorstellungen und Zukunftsbilder junger Menschen zum urbanen Leben in einer hochgradig diversen Stadtgesellschaft. Diese Perspektiven werden anschließend gemeinsam mit allen Projektpartnern in unterschiedliche Formate der partizipativen Stadtgestaltung und des Alltags übersetzt. Um gestalterische Interventionen als Ausgangspunkt für den Dialog umzusetzen, werden KI-basierte Partizipationsformate eingesetzt. Schließlich untersuchen die ISOE-Forschenden mit qualitativen und quantitativen sozialempirischen Methoden, wie junge Menschen auf diese Zukunftsbilder reagieren, welche Deutungen entstehen und welche neuen Perspektiven für gesellschaftliche Aushandlungsprozesse sich daraus ergeben.

Die Projektergebnisse sollen als Modell für andere Städte mit vielfältigen Bevölkerungsstrukturen aufbereitet werden. Darüber hinaus kann das entwickelte Zukunftsbild als Impuls dienen und neue Akteurskonstellationen für die Gestaltung urbaner Transformation anstoßen.

Hintergrund 

In der Stadt Offenbach am Main hat die Mehrheit der jungen Bevölkerung eine internationale Familiengeschichte. Diese sogenannte superdiverse Stadtgesellschaft prägt das Zusammenleben und eröffnet neue Perspektiven für die Gestaltung urbaner Zukunft. Gleichzeitig stellt sie Politik, Stadtplanung und Zivilgesellschaft vor die Aufgabe, Wege zu finden, wie unterschiedliche Erfahrungen, Erwartungen und Lebensrealitäten in gemeinsame Zukunftsvisionen einfließen können.

Das transdisziplinäre Forschungsprojekt „Zukunft Offenbach“ geht von einer postmigrantischen Perspektive aus. Gesellschaftliche Vielfalt wird dabei nicht als Ausnahme, sondern als Normalität und als Potenzial für gesellschaftliche Gestaltung verstanden. Ziel des Projekts ist es, gemeinsam mit jungen Menschen Zukunftsbilder für Offenbach zu entwickeln, die ihre Wünsche, Bedürfnisse und Sichtweisen auf das Leben in der Stadt sichtbar machen und sie als aktiv Gestaltende ihrer urbanen Zukunft einbeziehen.

Forschungs- und Projektpartner

  • Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG) (Verbundkoordination)
  • Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE)

Praxispartner 

  • VAIR e.V.

Förderung

Das Projekt „Zukunft Offenbach“ wird gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).

Wissen und Partizipation

Wissen und Partizipation —

Welches Wissen brauchen wir für sozial-ökologische Transformationen? Wie können die Sichtweisen und Erfahrungen verschiedener Akteursgruppen berücksichtigt werden?

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