die Weltnaturkonferenz COP17 in Eriwan ist am 31. Oktober mit einer Einigung zu Ende gegangen. Mit dem sogenannten Pfad von Eriwan wollen die Vertragsstaaten die Umsetzung des Weltnaturabkommens bis 2030 beschleunigen: Schädliche Subventionen sollen schneller abgebaut, Entwicklungsländer finanziell stärker unterstützt und nationale Haushalte an den Zielen des Artenschutzes ausgerichtet werden. Woher das Geld dafür kommen soll, bleibt allerdings offen.
Der Handlungsdruck ist groß, denn die erste globale Bestandsaufnahme fällt ernüchternd aus: Keines der 23 Ziele dürfte bis zum Ende des Jahrzehnts erreicht werden. Für unsere Kollegin Marion Mehring liegt die Ursache nicht in fehlendem Wissen, sondern darin, dass politische Ziele zu selten in wirksames Handeln übersetzt werden. Lesen Sie mehr dazu in diesem Newsletter.
Wie aus Wissen Wirkung werden kann, zieht sich als Frage durch die weiteren Beiträge dieser Ausgabe. Im EU-Projekt SAFER begleiten wir sechs europäische Reallabore, die untersuchen, wie Landwirtschaft die Artenvielfalt stärken kann. Eine Studie zeigt, dass Recyclingdünger aus Sanitärsystemen mit mineralischem Dünger mithalten können. Und im neuesten Beitrag unseres Blogs geht es darum, was naturnahe Gärten mit Schadstoffen belastet und was dagegen hilft.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre!
Dr. Nicola Schuldt-Baumgart
Leitung Wissenskommunikation und Wissenstransfer, Pressesprecherin
UN-Biodiversitätsgipfel: „Aus Wissen muss Wirkung werden“
ISOE-Biodiversitätsforscherin Marion Mehring sieht die zentrale Herausforderung der internationalen Biodiversitätspolitik darin, politische Ziele in wirksames Handeln zu übersetzen. Dafür braucht es nicht nur ambitionierte Vereinbarungen, sondern auch Rahmenbedingungen, die Veränderungen ermöglichen.
Wie kann Landwirtschaft Biodiversität stärken? ISOE begleitet europaweit Reallabore
Landwirtschaft muss ausreichend Lebensmittel produzieren und zugleich Klima, Böden, Wasser und Artenvielfalt schützen. Im EU-Projekt SAFER untersucht ein internationales Forschungsteam in sechs europäischen Reallaboren, wie Agrarökologie dazu beitragen kann.
Studie zeigt: Recyclingdünger aus Sanitärsystemen so effektiv wie herkömmlicher Dünger
Recyclingdünger können in ihrer Düngewirkung mit mineralischen Produkten mithalten. Entscheidend für ihre Qualität, Sicherheit und Wirkung sind Ausgangsmaterial, Aufbereitung und Einsatzbedingungen.
Fachgesellschaft GTPF fordert neue Maßstäbe für die Bewertung transdisziplinärer Forschung
Die Gesellschaft für transdisziplinäre und partizipative Forschung (GTPF) fordert in einem Positionspapier neue Maßstäbe für eine qualitätsorientierte Forschungsbewertung und die Anerkennung der transdisziplinären Forschung als gleichwertigen Forschungsmodus.
Lehrveranstaltungen des ISOE im Wintersemester 2026/27
Soziale Ökologie, Klimaanpassung und nachhaltiges Wassermanagement: Auch im Wintersemester 2026/27 bieten Wissenschaftler*innen des ISOE wieder Vorlesungen und Seminare an der Goethe-Universität und der TU Darmstadt an.
Auf dem ISOE-Blog „Soziale Ökologie“ stellen Wissenschaftler*innen ihre Thesen und Ergebnisse zu aktuellen Themen der Nachhaltigkeitsforschung vor und laden zur Diskussion ein.
Naturnah gärtnern, Schadstoffe vermeiden: Worauf es ankommt
Selbst naturnahe Gärten sind nicht schadstofffrei: Eine Studie in zehn Frankfurter Gärten zeigt, welche Materialien den Garten belasten – und was hilft.
Herzlichen Glückwunsch zur Promotion, Dr. Dženeta Hodžić!
Wir gratulieren unserer Kollegin Dženeta Hodžić herzlich zu ihrer mit summa cum laude abgeschlossenen Promotion an der Goethe-Universität Frankfurt! Für ihre Dissertation „Unruly Undergrounds: Towards a Political Geomorphology of Groundwater in Post-Yugoslav Karst Landscapes“ ist sie dem Wasser durch die Karstlandschaften rund um Bihać in Bosnien-Herzegowina und auf der kroatischen Insel Krk gefolgt. Dort ignoriert es Staatsgrenzen, verwischt die Trennung von Oberfläche und Untergrund und stellt Infrastrukturen immer wieder vor Probleme. Auf Basis ethnografischer Feldforschung entwickelt sie eine „politische Geomorphologie“ des Grundwassers, in der Politik, Tourismus, Krieg, Naturschutz und Migration zusammenkommen. Die Arbeit entstand in der ISOE-Nachwuchsgruppe regulate.
Untersuchung für eine verbesserte Abwasserbehandlung der Kläranlage Ribeira da Vinha auf São Vicente unter Berücksichtigung der Wasserwiederverwendung für Bewässerungszwecke